Am vergangenen Sonntag war es wieder soweit und der traditionelle CDU-Neujahrsempfang fand in der Stadthalle Markgröningen statt. Natürlich war dabei auch die Junge Union Ditzingen mit vor Ort, denn dieses Jahr gab es ein besonderes Jubiläum, 20 Jahre nämlich nun schon hat der Neujahrsempfang seinen festen Platz am 5. Januar eines jeden neuen Jahres, um das neue Jahr zu begrüßen. Und dieses Mal galt es nicht nur das neue Jahr zu begrüßen, sondern gleich ein neues Jahrzehnt, passend zum 20. Jubiläum der Beginn der zwanziger Jahre im 21. Jahrhundert.

Dies nahm auch gleich Ehrengast und Mitbegründer, ehemaliger Landesvater und Eu-Kommissar Günther H. Oettinger in seiner präzisen, allumfassenden, kritischen, auf den Punkt formulierten und mit großem Applaus gefeierten, Rede mit auf, nachdem bereits Vizepräsident und MdEP Rainer Wieland in seiner Willkommensansprache, nach verschiedenen Ehrungen, auf die politische Lage kommunal wie international, heute aber auch die Zukunft betrachtend, einging. Dabei begann Günther H. Oettinger mit einem besonderen Gruß auch an die Junge Union Ditzingen, die er vor mehr als vierzig Jahren selbst mitbegründet hatte und zu der er noch heute eine besondere Verbundenheit pflegt. Er nutze auch die Gelegenheit all seinen ehemaligen Mitarbeitenden im Staatsministerium, die er zu diesem Jubiläumsempfang eingeladen hatte, für ihre treuen Dienste zu danken.

Doch dann ging es an Eingemachte, die Politik muss wieder aufrütteln, Richtung geben, Worte finden und Taten folgen lassen, und zwar von der Kommunalebene bis in die höchsten Gremien hinauf, und das nur in einem starken Verbund von Europa, in einer Gemeinschaft, die für dieselben Werte steht, Innovation fördert, friedliches Miteinander stärkt und wieder ein starkes Gegengewicht gegenüber anderen Weltmächten schafft. Weltpolitik endet nicht vor den Türen der Orts- und Kommunalpolitik, nein, da fängt sie an, nämlich mit jedem Einzelnen der Gesellschaft, und seiner Willens- und Tatkraft gemeinsam wieder neue Wege zu gehen, Mauern einzureißen, mit Mut sich für eine Einheit und Friedfertigkeit im gesellschaftlichen Zusammenleben und Respekt aller Kulturen und Religionen einzusetzen, um alle Zukunftsthemen die im Heute beginnen, anzugehen. Günther H. Oettinger setzte sich dazu in seiner Rede zu allererst mit den Fragen an das Neue Jahrzehnt auseinander. „Das 19. Jhd. war ein von Europa dominiertes Jahrhundert, negativ wie positiv. Das 20. Jhd. war in der ersten Hälfte unselig geprägt von Deutschland, und in der zweiten Hälfte dominiert von den USA, die mit Kaugummi, Musikstilen, Lebensart und Stabilität und Unterstützung auch im Aufschwung, einen großen, in vielen Bereichen positiven, Einfluss hatten. Das 21. Jhd. in dem wir uns jetzt gerade befinden, man weiß nicht von wem oder was es geprägt sein wird, von einer aufstrebenden Großmacht China oder von Europa; wenn wir nicht aufpassen, dann wird es China sein, die den Ton angeben – doch wollen wir das oder wollen wir selbst handlungsfähig sein, als starke Gemeinschaft, das was Europa immer ausgemacht hat – Europa muss erwachsen werden.“ Es ist nicht die Zeit abzuwarten bis die Entwicklungen zu uns kommen, sondern dass wir die Entwicklungen wieder in die Welt bringen, die nächsten Jahre sind dafür entscheidend, das machte auch Günther H. Oettinger in seiner Rede ganz deutlich. Er ging sogar soweit zu sagen „Die Welt wird zurzeit neu vermessen, das erlebt man jeden Tag.“ Die derzeitige Lage ist chancenreich und doch ist nichts selbstverständlich, das gilt für unseren Anspruch für die Politik auf der kommunalen Ebene, selbst in einem kleineren Ortsverband wie Ditzingen, bis hin auf die bundes- und weltpolitische Ebene. Wegschauen gilt nicht, Mut ist gefragt und keine Sprachlosigkeit, das forderte auch Günther H. Oettinger und äußerte sich dabei auch kritisch zu aktuellen Haltungen von Bundesregierung oder EU, wenn es darum geht weltpolitisches Unrecht zu benennen oder gemeinsamen europäischen Aufbruch in die Tat umzusetzen. „Es geht nicht um Welt-Dominanz, sondern um Weltpolitik-Fähigkeit.“

Und immer wieder nahm er dabei auch die CDU und Junge Union mit in die Pflicht, beginnend in Ditzingen über Ludwigsburg, bis hinein in die Landes-, Bundes- und Europaebene, und forderte: „Die CDU muss auch Partei des Gegenwindes sein, auch wenn es manchmal auch unbequem ist, sich gegen allgemeine Trends und den Zeitgeist zu stellen.“ Er forderte weiter eine Klimapolitik ohne Verbote und Gängelungen dafür aber mit Innovation, Forschung, marktwirtschaftlichen Regeln, Kosten- und Preispolitik, und das eine Vertreibung der Industrie aus Deutschland kein Nebeneffekt einer effizienten und durchschlagenden Klimapolitik sein dürfte, was bezogen gerade auf Industriestandorte wie beispielsweise Ditzingen nicht von der Hand zu weisen ist. „Wirtschaftlichkeit, technologisches Mithalten, Stärke, Arbeitswille, Ingenieurs- und Forschungskompetenz, Wettbewerbsfähigkeit, soziale Marktwirtschaft, Projektrealisierungen und Handlungsfähigkeit innerhalb rechtsstaatlicher und demokratischer Strukturen müssen wieder schneller und nachhaltiger werden um voranzukommen, und damit eine Zukunftsfähigkeit gegen Asien und andere zu garantieren.“

Diese Punkte brachte Günther H. Oettinger gerade auch mit der ab 1. Juli beginnenden Deutschen Ratspräsidentschaft in der EU in Zusammenhang und zu bedenken, die Parole darf immer nur sein: „Autorität durch Gemeinsamkeit in einem starken Europa, Deutschland als starkes Forschungs- und technologische Ingenieursland – lassen wir uns diese Stellung nicht nehmen, durch Trägheit und Fokussiertheit auf eigenbrötlerisches Handeln.“ Mit seiner Rede hat Günther H. Oettinger die passenden Worte gefunden für den diesjährigen Neujahrsempfang und den Aufbruch in das neue Jahrzehnt, denen sich die Junge Union Ditzingen aus voller Überzeugung, in allen Punkten nur anschließen kann! „Satt sein ist nicht förderlich“ für Entwicklung und dem Streben nach neuen Wege und Aufbruch in einer Zeit, die uns alle von Jung bis Alt fordert und die wir mit den richtige Werten, basierend auf unseren Kenntnissen aus der Geschichte und mit den Möglichkeiten der heutigen, modernen Technologien, formen können. Gehen wir es also gemeinsam an von Ditzingen bis in die Welt! Ein frohes Neues Jahr und Jahrzehnt Euch und Ihnen allen! (DD)