Seit Mittwoch ist es nun offiziell. Die CDU soll eine Frauenquote bekommen. Zunächst soll sie bei 30 Prozent, bis 2025 jedoch bei 50 Prozent liegen. Das entsprechende Papier liegt dem Kreisverband vor. Zwar heißt es offiziell, von der Frauenquote könne aus tatsächlichen Gründen abgewichen werden, wenn nicht genügend Frauen zu ihrer Einhaltung kandidierten. Doch tatsächlich bleibe, so der Vorschlag, die Position unbesetzt, werde die jeweilige Quote nicht eingehalten.

Dies ist für die Junge Union Kreisverband Ludwigsburg untragbar. Auch aus anderen Kreisverbänden war am Donnerstag in einer Onlinesitzung breite Ablehnung zu erkennen. Selbst eine „kleine Quote“, als die sie gerne zitiert wird, ist das falsche Signal. Schließlich bildet sie nicht die Struktur der CDU ab, welche sich gerade einmal zu rund 26 Prozent aus Frauen zusammensetzt. Es ist unumstritten, dass allein darin bereits ein Problem besteht. Dieses jedoch löst die Frauenquote nicht. Im Gegenteil.

Mit 50 Prozent wären Frauen folglich in der Partei nicht nur überrepräsentiert, sondern auch deutlich bevorzugt, obwohl Frauen bisher bereits in allen Verbänden durchweg sehr gerne in Parteiämtern gesehen sind. Dazu sagt die stellvertretende Kreisvorsitzende Vanessa Buchmann: „Wir haben viele starke Frauen in der CDU – diese müssen wir mehr fördern, damit sie auch die Verantwortung tragen, die sie verdienen. Eine Frauen-Quote ist dabei aber nicht der richtige Weg: Bei der Besetzung von Ämtern sollte es grundsätzlich um Kompetenz und nicht um das Geschlecht gehen.“

Dies ist auch der Konsens im Kreisvorstand. Zu den Wertevorstellungen und Grundsätzen der CDU gehört es, ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Dazu gehört auch Selbstengagement. Diese Normen würden durch die Frauenquote untergraben, denn keine Frau will eine „Quotenfrau“ sein. Dies bedeutet im Umkehrschluss immer, dass man gewählt wurde, weil man gewählt werden musste.

Doch auch Frauen wollen gewählt werden, weil sie die Kompetenz und Qualifikation mitbringen, ein politisches Amt zu übernehmen. Auch das Geschlecht, das Alter oder die Hautfarbe sind keine entscheidenden Parameter. Die Möglichkeit, in der CDU ein politisches Amt zu übernehmen, wird niemandem vorenthalten. Dies ist nicht zuletzt an dem seit nun bereits 20 Jahren währenden Parteivorsitz in weiblicher Hand erkennbar. Unsere Kanzlerin Angela Merkel ist zudem seit nunmehr 15 Jahren im Amt. Spitzenpositionen als Frau zu erreichen ist in der CDU nicht nur faktisch möglich, sondern wird sogar nachweislich gefördert.

„Wir lehnen daher Quotenregelungen jeglicher Art entschieden ab. Sie sind nicht nur nicht repräsentativ in Bezug auf die Mitgliederstruktur der CDU, sondern gleichzeitig ein fatales Signal an alle, die sich durch großes Engagement und Leistung ein Amt in der Partei erarbeiten. Auch die Einführung eines Jugendstellvertreters ist ein scheinheiliger Kompromiss: Wer glaubt, sich damit die Zustimmung der Jungen Union zu sichern, irrt sich“, fasst Lukas Tietze, Kreisvorsitzender der Jungen Union Kreisverband Ludwigsburg, die Meinung des CDU Nachwuchses zusammen.